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1Jul/091

Luftiger Computerarbeitsplatz Airbus A380 – Teil 3 – Was fliegt den A380 ?

Der Airbus A380 verfügt über eine der modernsten Flugsteuerungen in der Luftfahrt.

Die Steuerung erfolgt komplett elektronisch (Fly-by-Wire), d.h. es existiert bei diesem Modell keine, nichtmal als Backup, mechanische Verbindung zu den Steuerflächen. Insgesamt sorgen 6 Flugcomputer dafür das die Maschine in der Luft bleibt. Es gibt je 3 Primäre und 3 Sekundäre Flugcomputer. Diese unterscheiden sich dadurch, das die Primären sich jeweils ersetzen können und sämtliche Flugsteueraufgaben erfüllen können und die Sekundären zwar auch das Flugzeug steuern, nicht aber die volle Überwachung der Flugeingaben leisten können. In jedem Flugzeug werden ausserdem jeweils unterschiedliche Geräte verschiedener Hersteller und mit unterschiedlicher Software gemischt eingesetzt. Hierdurch versucht man etwaige Systembedingte Fehler auszuschließen.
A380 FlightControls

Sämtliche Eingaben am Sidestick wandern in jeden der Computer. Der Primäre Master berechnet und bewertet anhand der aktuellen Flugdaten die entsprechenden Auslenkungen und sendet die Befehle an die Steuerflächen. Parallel dazu führen alle anderen Primären und Sekundären Computer dieselben Berechnungen durch und prüfen die vom Primären Master errechneten Befehle. Sollten hierbei Unstimmigkeiten auftreten gibt der Primäre Master die Kontrolle an einen anderen Primären Computer ab. Im Normalen Flugbetrieb (Normal Law) begrenzt dieses System die Eingaben der Piloten auf ein für das Flugzeug sicheres Maß und verhindert unstabile Fluglagen. Treten Fehlfunktionen auf, wie z.B. ein Ausfall der zur Datenerfassung notwendigen Speedsensoren , schalten die Computer Schrittweise (Alternate Law) mehr und riskantere Steuermanöver frei. Im schlimmsten Fall fliegt der Pilot wieder (Direct Law) mit voller Kontrolle über die Auslenkung der Steuerflächen.Sollten sämtliche Computer ausfallen verfügt der A380 über ein elektrisch betriebenes Backup System welches Kontrolle über das Heckruder, einen Teil des Höhenruders und einen Teil der Querruder hat.
Die Steuerflächen des A380 werden von drei unterschiedlichen Typen Hydraulikzylindern angesteuert. Zum Einsatz kommen normale Hydraulikzylinder welche von zwei getrennten herkömmlichen Hydraulikkreisläufen (grün und gelb) gespeist werden. Neu im Airbus ist ein elektrohydraulisches System (EHA) welches den Hydraulikdruck zur Steuerflächenauslenkung direkt am Zylinder erzeugt und unabhängig von den Hydraulikkreisläufen arbeitet. Das dritte System ist eine eine Mischung aus beiden Bauformen (EBHA) und arbeitet im Normalfall mit Hydraulikdruck aus den Kreisläufen, fällt der Hydraulikdruck dort ab kann der Zylinder wahlweise jedoch auch elektrohydraulisch bewegt werden.
A380hydraulikaktuatoren
Der Betrieb dieses elektrohydraulischen Systems ist neuartig und wurde dem Gewicht geschuldet. So konnte ohne Sicherheitseinbußen auf ein drittes komplettes Hydrauliksystem verzichtet werden. Das Elektrische Backupsystem ist nicht für Landungen konzipiert. Die Ansteuerung der Hydraulikzylinder ist so verteilt das bei Ausfall einer oder mehrerer Systeme die bestmögliche Kontrolle erhalten bleibt.
a380steuerflaechen
So könnten selbst bei komplettem Ausfall beider Hydrauliksysteme alle wichtigen Steuerflächen noch elektrisch bewegt werden und ein normales Flugverhalten gewährleistet werden.

Hier gehts zum:
Luftiger Computerarbeitsplatz Airbus A380 - Teil 1 - Cockpit
Luftiger Computerarbeitsplatz Airbus A380 - Teil 2 - Die wichtigsten Instrumente
Luftiger Computerarbeitsplatz Airbus A380 - Teil 4 - Triebwerke
Luftiger Computerarbeitsplatz Airbus A380 - Teil 5 - AutoFlightSystem
Luftiger Computerarbeitsplatz Airbus A380 - Teil 6 - Versorgungssysteme

Comments (1) Trackbacks (0)
  1. Deine Serie ist wirklich cool. Bin erst jetzt dazu gestoßen und als wahrer Fan findet man zum A380 ja nciht so wahnsinnig viele Infos. Gerade technisches Interesse wird ja häufig nicht gestillt. Dann werden wieder nur Bilder oder politische Themen behandelt.


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