TEMPEL Blog ..die wunderbare Welt der Tempeldiener!

9Jul/092

Luftiger Computerarbeitsplatz Airbus A380 – Teil 4 – Triebwerke

Vier gigantische Turbofans heben die 590t des Airbus sicher in die Luft.

Die von Rolls-Royce für den Airbus entwickelten Trent900 Triebwerke bieten einen maximalen Schub von je 356kn und werden in der Größe nur noch vom GeneralElectric GE90 übertroffen. Die Enden des 2.95m Fans bewegen sich dabei mit bis zu MACH 1.5 und saugen über 1.2t Luft pro Sekunde (Luftvolumen eines 2 etagigen Wohnhauses) ein. Das Triebwerk ist ein 3-Wellentriebwerk mit 8 Mitteldruck-, 6 Hochdruckverdichtern, 1 Hochdruck- und Mitteldruckturbine und einer 5 Stufigen Niederdruckturbine. Durch die kompliziertere 3-Wellentechnik kann jede Stufe bei optimaler Geschwindigkeit somit aber wirtschaftlich laufen.
A380 RollsRoyce Trent900 Triebwerk und seine Kontrollsysteme
Jedes der Triebwerke wird durch ein Full Authority Digital Engine Control (FADEC) System kontrolliert. Je nach Stellung der Schubhebel oder nach Anforderung des AutoFlightSystems stellt das FADEC eigenständig sicher, das das Triebwerk für jede Flugphase den benötigten Schub erzeugt und es dabei nicht Überlastet wird.
A380ThrustLevers
Die Schubhebel sind nicht motorisch gesteuert und müssen von der Crew in die entsprechend gewünschte Position gezogen werden. Dabei wird üblicherweise der Bereich von IDLE(0) bis CL (Dauersteigleistung) genutzt. Für den Start bewegt man die Schubhebel weiter bis FLX (maximale Dauersteigleistung) und im Fall das ein Durchstarten erforderlich ist bis TOGA. Am Boden können die inneren Triebwerke den Umkehrschub als Bremsunterstützung aktivieren. Hierbei wird über ein Klappensystem die Bypassluft nach vorn umgeleitet. Gut erkennbar auf diesem Foto - externer Link - (erkennbar auf dem Foto ist auch die von der Flugtestcrew signierte Fahrwerksklappe)
A380EngineTrustReverser
Jedes Triebwerk versorgt über einen Nebenantrieb zwei Hydraulikpumpen und einen 150kVA Stromgenerator mit Leistung. Für den Betrieb der Klimaanlage und zum Triebwerksstart kann jedes Triebwerk Druckluft aus dem Mitteldruck- und Hochdruckverdichter abgeben.
Neu beim A380 ist die Anzeige der Triebwerksleistung. Der Airbus Cockpit Universal Thrust Emulator berechnet aus den Triebwerksdaten einen Schubwert (THR) zwischen 0 und 100%. Damit wird der üblicherweise angezeigte EPR Wert abgelöst.
A380acute
Alternativ zu den RollsRoyce Trent900 Triebwerken kann der A380 auch mit Engine Alliance GP7200 Triebwerken bestückt werden. Diese verfügen lediglich über 2 Wellen und sind daher wartungsfreundlicher, jedoch nicht so wirtschaftlich.

Hier gehts zum:
Luftiger Computerarbeitsplatz Airbus A380 - Teil 1 - Cockpit
Luftiger Computerarbeitsplatz Airbus A380 - Teil 2 - Die wichtigsten Instrumente
Luftiger Computerarbeitsplatz Airbus A380 - Teil 3 - Was fliegt den A380
Luftiger Computerarbeitsplatz Airbus A380 - Teil 5 - AutoFlightSystem
Luftiger Computerarbeitsplatz Airbus A380 - Teil 6 - Versorgungssysteme

Comments (2) Trackbacks (1)
  1. Hat einer von euch schon mal in einem Airbus gesessen? Ich bin eigentlich nicht Flugängstlich, aber in so ein Ding würde ich mich nicht reintrauen…

  2. “Diese verfügen lediglich über 2 Wellen und sind daher wartungsfreundlicher, jedoch nicht so wirtschaftlich”.

    Das ist ja mal eine völlig an den Haaren herbeigezogene These!
    Es gibt KEIN effizienteres Triebwerk für den A380 als das GP7200. Wartungsfreundlicher hingegen ist das RR-Triebwerk. Das begründet sich in der Positionierung der Anbauteile am Triebwerk selbst. Beim RR sind die meisten davon auf dem Fangehäuse montiert, beim GP hingegen am Core. Das macht einige Eingriffe ziemlich tricky.

    Viele Grüße!


Leave a comment